Bruno Jansen – Vom Schreiner zum Organisten

In diesen Tagen feiert Bruno Jansen zwei seltene Jubiläen: Bereits seit 70 Jahren spielt der heute 82-jährige Orgel und Klavier und im kommenden März werden es 60 Jahre, dass er in Hehn die Orgel spielt.

Von Geburt her ist Bruno Jansen kein Hehner, obwohl er mit seiner Ehefrau Dorothea seit 57 Jahren im Ortsteil Heiligenpesch zuhause ist und er bereits 60 Jahre für die Pfarrgemeinde arbeitet. Geboren wurde Bruno Jansen am 24. August in Brüggen, als Sohn des damaligen Schreinermeisters und späteren Dichters, Schriftstellers und Journalisten Leonhard Jansen. Vater Leonhard (Hardterbroich) und Mutter Elisabeth (Eicken) waren Gladbacher, die es 1929 nach Brüggen verschlug, wo sie sich mit einer Schreinerwerkstatt selbstständig machten. Natürlich lernte Sohn Bruno später aus dieser Familientradition heraus das Schreinerhandwerk. Bereits in jungen Jahren erlernte Bruno das Klavierspiel; sein Lehrmeister war Franz Schmölders, damals Organist an St. Nikolaus Brüggen. Schmölders war es auch, der Bruno mit auf die Orgel nahm. 1953 entschloss sich der 20-jährige Bruno Jansen Kirchenmusik zu studieren. „Abitur“, so erzählte er, „brauchte man damals nicht. Entscheidend war das Talent, das man mitbrachte und das von Hochschulprofessoren geprüft wurde.“ Er meldete sich an der Kirchenmusikschule St. Gregorius-Haus in Aachen an. Das Studium hatte die Ausrichtung auf Organist und Chorleiter, zusätzlich kam die Prüfung zum Küster hinzu. 1958 bestand Bruno Jansen das Examen.

 

Bereits zwei Jahre früher, am 26. März 1956, stellte der damalige Hehner Pfarrer Josef Frings den Studenten Jansen als Organisten und Küster ein. Frings hatte mit der frühzeitigen Verpflichtung seines Organisten ein gutes Gespür bewiesen, denn direkt nach dem Examen flatterten Bruno Jansen Arbeitsangebote aus ganz Deutschland ins Haus, doch der blieb bodenständig. „Ich wollte Heimat haben und in Hehn bleiben“, erzählte er. Klar, dass auch die Liebe mitspielte, denn am 5. Januar 1959 heiratete er Dorothea Ülkes. Mit seinen Hehner Pastören Josef Frings und Leo Eißen hat er gut und gerne zusammengearbeitet. „Die haben mich gelassen, um die Musikauswahl kümmerten die sich nicht, das war meine Aufgabe“, erklärt er seine Arbeit in der Pfarrkirche und in der Klosterkirche. Trotz einer Sieben-Tage-Woche und den zusätzlichen Aufgaben im Wallfahrtsort, liebt Bruno Jansen seinen Beruf noch heute. Gerne hilft er in der Pfarre aus, wenn mal Not am Mann ist, so auch an Weihnachten.

Auf die Frage, was ihm Musik im täglichen Berufsleben bedeutet, antwortete Bruno Jansen, der auch den Hehner Kirchenchor gründete: „Musik ist kein Beruf, sie ist Hobby und mehr noch Berufung. Man kann Musik nicht richtig beschreiben, sie ist einfach schön, in jeder Form.“ Das musikalische Talent hat Bruno Jansen an Sohn Leonhard vererbt. Der 56-Jährige ist ein begehrter TubaSpieler. Der Junior macht seit 40 Jahren Musik und spielt aushilfsweise, wie früher Vater Bruno, die Orgeln in der Hehner Wallfahrtskirche und in der Klosterkirche.

Text und Bild: Pfarrbrief

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